Experten sehen Union knapp vier Punkte vor der SPD

Polly hat die erste Runde der Expertenbefragung abgeschlossen. Die Befragung richtet sich an Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Wahlforschung, eine Selbstorganisation der deutschen akademischen Wahlforscherinnen und Wahlforscher.

Die Experten prognostizieren in regelmäßigen Abständen die Stimmenanteile der jeweiligen Parteien bei der Bundestagswahl am 24. September. Der Mittelwert der erwarteten Stimmenanteile, dargestellt in Tabelle 1, geht als eine von vier Komponenten in die PollyVote-Prognose ein.

FDP vor Rückkehr in den Bundestag

An der ersten Befragungsrunde, welche vom 14. bis zum 19. März durchgeführt wurde, beteiligten sich insgesamt 30 Experten. Abbildung 1 zeigt die Ergebnisse. Demnach erwarten die Experten die CDU/CSU mit 33,9% als stärkste Partei, gefolgt von der SPD mit 30,1%. Drittstärkste Partei wird nach Ansicht der Experten die AfD (9,2%), gefolgt von den Linken (8,2%) und den Grünen (7,9%). Mit einem prognostizierten Stimmenanteil von 6,1% steht die FDP vor der Rückkehr in den Bundestag.

Experten und Wahlumfragen im Vergleich


Wie verhalten sich die Ergebnisse der Experteneinschätzungen zu den Ergebnissen von aktuellen Wahlumfragen? Abbildung 2 vergleicht die Experteneinschätzungen mit den Werten von PollyVote’s Umfrage-Komponente vom 19. März, dem letzten Tag der Expertenbefragung. Die Unterschiede sind gering, und innerhalb des Stichprobenfehlers traditioneller Umfragen. Demnach schätzen die Experten die CDU/CSU um 1.2 Prozentpunkte stärker ein als in den Umfragen, während die Stimmenanteile der SPD um 1.4 Prozentpunkte niedriger eingestuft werden. Für die übrigen Parteien liegen die Experteneineinschätzungen dagegen nahe an den aktuellen Umfragewerten.

Die Rohdaten der Befragung sind frei verfügbar. Das PollyVote-Team bedankt sich bei:

Experte Institution
Prof. Dr. Kai Arzheimer Universität Mainz
Prof. Dr. Joachim Behnke Zeppelin-Universität
Johannes Blumenberg GESIS Mannheim
Dr. Manuela Blumenberg GESIS Mannheim
Dr. Evelyn Bytzek Universität Koblenz-Landau
Prof. Dr. Marc Debus Universität Mannheim
Dr. Simon Tobias Franzmann Universität Düsseldorf
Dr. Heiko Giebler WZB Berlin
Prof. Dr. Achim Goerres Universität Duisburg-Essen
Dr. Alexander Jedinger GESIS Köln
Dr. Matthias Mader Universität Mannheim
Dr. Michael Meffert Universität Leiden
Prof. Dr. Franz Urban Pappi Universität Mannheim
Dr. Julia Partheymüller University of Essex
Prof. Dr. Carsten Reinemann LMU München
Dr. Angelika Scheuer GESIS Mannheim
Prof. Dr. Peter Schrott Hochschule Heilbronn
Prof. Dr. Peter Selb Universität Konstanz
Prof. Dr. Tim Spier Universität Siegen
Dr. Markus Steinbrecher ZMS BW
Dr. Jürgen Winkler Universität Mainz
Prof. Dr. Thomas Zittel Universität Frankfurt
sowie 8 Experten, die nicht namentlich genannt werden wollen.

PollyVote ist zurück: Prognose der Bundestagswahl 2017

Etwas mehr als ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl veröffentlicht PollyVote die erste Prognose. Dabei kommt das gleiche Verfahren der Kombination von Vorhersagen innerhalb und über verschiedener Prognosemethoden, das sich für U.S. Präsidentschaftswahlen seit 2004, sowie für die Bundestagswahl 2013 bewährt hat.

Die Kombination der Prognosen erfolgt dabei durch Berechnung des einfachen Mittelwerts über Vorhersagen von vier Komponentenmethoden: Umfragen, Prognosemärkte, Experteneinschätzungen und quantitative Modelle.

In der aktuellen Prognose ist die Union mit 33,0% stärkste Partei und liegt knapp drei Punkte vor der SPD (30,1%). Drittstärkste Kraft ist die AfD (9,8%), gefolgt von den Linken (8,0%) und den Grünen (7,7%). Mit aktuell prognostizierten 6,5% steht die FDP vor einer Rückkehr in den Bundestag.

Die PollyVote-Prognose aktualisiert sich wann immer neue Daten zur Verfügung stehen.

Ergebnisse der vierten Runde der Expertenbefragung

Polly hat die vierte Runde der Expertenbefragung abgeschlossen. Die Befragung richtet sich an Politikjournalisten und Wissenschaftler, welche sich in ihrer Forschung mit deutschen Wahlen beschäftigen.

Die Experten liefern in regelmäßigen Abständen Einschätzungen darüber, wer Bundeskanzler wird, welche der „kleinen Parteien“ in den Bundestag einziehen werden und welche Koalition nach der Bundestagswahl regieren wird. Darüber hinaus geben die Experten eine Prognose der Stimmenanteile der jeweiligen Parteien ab. Der Mittelwert der erwarteten Stimmenanteile, dargestellt in Tabelle 1, geht als eine von vier Komponenten in die PollyVote-Prognose ein.

FDP bleibt im Bundestag

Abbildung 1: Einzugswahrscheinlichkeiten der kleinen Parteien
Abbildung 1: Einzugswahrscheinlichkeiten der kleinen Parteien

Vertraut man den Einschätzungen der Experten gibt es keine Änderung bei den im Bundestag vertretenen Fraktionen. Der Einzug der Grünen und Linken wird als praktisch sicher angesehen, 82% der Experten sind sich darüber hinaus “ziemlich sicher” oder “ganz sicher”, dass auch die FDP wieder in den Bundestag einziehen wird. Kaum Chancen sehen die Experten dagegen für die Piraten und die AfD (siehe Abbildung 1).

Angela Merkel bleibt Kanzlerin, aber in welcher Koalition?

Tabelle 1 zeigt den Mittelwert der erwarteten Stimmenanteile für die jeweiligen Parteien. Nach Ansicht der Experten kommt die Schwarz-Gelbe Koalition demnach auf 44.8% der Stimmen, Rot-Grün auf 37.8%. Die Abweichungen zwischen den mittleren Einschätzungen der Journalisten und Wissenschafter sind gering.

Tabelle 1: Experteneinschätzungen der Stimmenanteile der Parteien 
Partei Mittelwert
(PollyVote-
Experteneinschätzungen)
Wissenschaftler Journalisten
CDU/CSU 38.7 39.0 38.5
SPD 26.9 27.0 26.8
Grüne 10.9 11.0 10.9
Linke 7.9 7.7 8.1
FDP 6.1 6.3 5.9
Piraten 2.7 2.6 2.7
AfD 3.3 3.2 3.4
Sonstige 3.5 3.4 3.7
Abbildung 2: Koalitionswahrscheinlichkeiten
Abbildung 2: Koalitionswahrscheinlichkeiten

Eine mögliche Koalition zwischen SPD, Grüne und Linke würde nach den Einschätzungen der Experten zwar 45.7% der Stimmen auf sich vereinen, wird aber als unwahrscheinlich angesehen: Lediglich 3% der Befragten bewerten das Zustandekommen von Rot-Rot-Grün als „ziemlich sicher“, keiner der Befragten als „ganz sicher“ (vgl. Abbildung 2).

So haben die Experten kaum Zweifel, dass Angela Merkel weiter regieren wird: 92% der Befragten sind sich „ziemlich sicher“ oder „ganz sicher“, dass Frau Merkel Bundeskanzlerin bleibt. Unsicherheit besteht jedoch in der Frage, wie die künftige Regierungskoalition aussehen wird. So werden die Weiterführung von Schwarz-Gelb (59%) als auch eine große Koalition zwischen CDU/CSU und SPD (64%) als etwa gleich wahrscheinlich angesehen. Andere Koalitionsmöglichkeiten werden dagegen als höchst unwahrscheinlich eingeschätzt.

Experten und Wahlumfragen im Vergleich

Abbildung 3: Stimmenanteile der Parteien: Experteneinschätzungen und Wahlumfragen im Vergleich
Abbildung 3: Stimmenanteile der Parteien: Experteneinschätzungen und Wahlumfragen im Vergleich

Wie verhalten sich die Ergebnisse der Experteneinschätzungen zu den Ergebnissen von klassischen Wahlumfragen (Wahlabsichtsbefragungen), welche in etwa zur gleichen Zeit durchgeführt wurden? Abbildung 3 vergleicht die Experteneinschätzungen mit den Werten der kombinierten PollyVote-Wahlabsichten vom 14. September, dem letzten Tag der Expertenbefragung. Demnach schätzen die Experten die CDU/CSU um 1.5 Prozentpunkte schwächer ein als in den Umfragen, während die Stimmenanteile der SPD um 1.3 Prozentpunkte höher eingestuft werden. Höhere Stimmenanteile werden auch für die FDP (+0.7 Prozentpunkte) erwartet, die Linken werden dagegen schwächer als in den Umfragen eingeschätzt (-0.5 Prozentpunkte).

Anmerkung: An der Befragung, welche vom 10. bis zum 14. September durchgeführt wurde, beteiligten sich insgesamt 98 Experten, davon 60 Wissenschaftler und 38 Journalisten. Die Werte in den Abbildungen 1 bis 3 repräsentieren den Mittelwert über Wissenschaftler und Journalisten. Die nächste und letzte Befragungsrunde startet am 17. September. Polly interessiert sich auch für Ihre Wahlerwartungen. Eine etwas längere Version des Fragebogens dieser Expertenbefragung finden Sie hier. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme.

Ergebnisse der dritten Runde der Expertenbefragung

Polly hat die dritte Runde der Expertenbefragung abgeschlossen. Die Befragung richtet sich an Politikjournalisten und Wissenschaftler, welche sich in ihrer Forschung mit deutschen Wahlen beschäftigen.

Die Experten liefern in regelmäßigen Abständen Einschätzungen darüber, wer Bundeskanzler wird, welche der „kleinen Parteien“ in den Bundestag einziehen werden und welche Koalition nach der Bundestagswahl regieren wird. Darüber hinaus geben die Experten eine Prognose der Stimmenanteile der jeweiligen Parteien ab. Der Mittelwert der erwarteten Stimmenanteile, dargestellt in Tabelle 1, geht als eine von vier Komponenten in die PollyVote-Prognose ein.

FDP bleibt im Bundestag

Abbildung 1: Einzugswahrscheinlichkeiten der kleinen Parteien
Abbildung 1: Einzugswahrscheinlichkeiten der kleinen Parteien

Vertraut man den Einschätzungen der Experten gibt es keine Änderung bei den im Bundestag vertretenen Fraktionen. Der Einzug der Grünen und Linken wird als praktisch sicher angesehen, 89% der Experten sind sich darüber hinaus “ziemlich sicher” oder “ganz sicher”, dass auch die FDP wieder in den Bundestag einziehen wird. Kaum Chancen sehen die Experten dagegen für die Piraten und die AfD (siehe Abbildung 1).

Angela Merkel bleibt Kanzlerin, aber in welcher Koalition?

Tabelle 1 zeigt den Mittelwert der erwarteten Stimmenanteile für die jeweiligen Parteien. Nach Ansicht der Experten kommt die Schwarz-Gelbe Koalition demnach auf 45.0% der Stimmen, Rot-Grün auf 38.6%. Die Abweichungen zwischen den mittleren Einschätzungen der Journalisten und Wissenschafter sind gering.

Tabelle 1: Experteneinschätzungen der Stimmenanteile der Parteien 
Partei Mittelwert
(PollyVote-
Experteneinschätzungen)
Wissenschaftler Journalisten
CDU/CSU 38.8 38.8 38.7
SPD 26.5 26.7 26.3
Grüne 12.1 12.1 12.2
Linke 7.5 7.4 7.6
FDP 6.3 6.5 6.0
Piraten 2.6 2.5 2.7
AfD 2.9 2.9 2.9
Sonstige 3.4 3.1 3.6
Abbildung 2: Koalitionswahrscheinlichkeiten
Abbildung 2: Koalitionswahrscheinlichkeiten

Eine mögliche Koalition zwischen SPD, Grüne und Linke würde nach den Einschätzungen der Experten zwar 46.1% der Stimmen auf sich vereinen, wird aber als unwahrscheinlich angesehen: Lediglich 4% der Befragten bewerten das Zustandekommen von Rot-Rot-Grün als „ziemlich sicher“, keiner der Befragten als „ganz sicher“ (vgl. Abbildung 2).

So haben die Experten kaum Zweifel, dass Angela Merkel weiter regieren wird: 92% der Befragten sind sich „ziemlich sicher“ oder „ganz sicher“, dass Frau Merkel Bundeskanzlerin bleibt. Unsicherheit besteht jedoch in der Frage, wie die künftige Regierungskoalition aussehen wird. So werden die Weiterführung von Schwarz-Gelb als auch eine große Koalition zwischen CDU/CSU und SPD als etwa gleich wahrscheinlich angesehen. Andere Koalitionsmöglichkeiten werden dagegen als höchst unwahrscheinlich eingeschätzt.

Experten und Wahlumfragen im Vergleich

Abbildung 3: Stimmenanteile der Parteien: Experteneinschätzungen und Wahlumfragen im Vergleich
Abbildung 3: Stimmenanteile der Parteien: Experteneinschätzungen und Wahlumfragen im Vergleich

Wie verhalten sich die Ergebnisse der Experteneinschätzungen zu den Ergebnissen von klassischen Wahlumfragen (Wahlabsichtsbefragungen), welche in etwa zur gleichen Zeit durchgeführt wurden? Abbildung 3 vergleicht die Experteneinschätzungen mit den Werten der kombinierten PollyVote-Wahlabsichten vom 7. September, dem letzten Tag der Expertenbefragung. Demnach schätzen die Experten die CDU/CSU um 1.7 Prozentpunkte schwächer ein als in den Umfragen, während die Stimmenanteile der SPD um 1.8 Prozentpunkte höher eingestuft werden. Höhere Stimmenanteile werden auch für die FDP (+0.6 Prozentpunkte) und die Grünen (+0.4 Prozentpunkte) erwartet, die Linken werden dagegen schwächer als in den Umfragen eingeschätzt (-0.8 Prozentpunkte).

Anmerkung: An der Befragung, welche vom 3. bis zum 7. September durchgeführt wurde, beteiligten sich insgesamt 112 Experten, davon 52 Wissenschaftler und 60 Journalisten. Die Werte in den Abbildungen 1 bis 3 repräsentieren den Mittelwert über Wissenschaftler und Journalisten. Die nächste Befragungsrunde startet am 10. September. Polly interessiert sich auch für Ihre Wahlerwartungen. Eine etwas längere Version des Fragebogens dieser Expertenbefragung finden Sie hier. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme.

PollyVote auf der jährlichen Konferenz der American Political Science Association

Das Team von PollyVote USA, bestehend aus Scott Armstrong, Alfred Cuzán, Randall Jones und Andreas Graefe, referiert heute auf dem 2013 APSA Annual Meeting in Chicago über die Fortschritte und die künftigen Pläne im Rahmen des PollyVote-Projekts. Nachfolgend finden Sie Links zu den Vortragsfolien und Forschungspapieren.

Innovations in Presidential Elections Forecasting: The Pollyvote

Armstrong, J. S.; Graefe, A.; Jones, R. & Cuzán, A.: The PollyVote: Progress and Plans.

Armstrong, J. S. & Graefe, A.: Index Models for Advising Candidates.

Graefe, A.: Accuracy of vote expectation surveys in forecasting elections. (Full paper available here)

Jones, R. & Cuzán, A.: Expert Judgment in Forecasting American Presidential Elections: 2004-2012.

Expertenrunde zum Kanzlerduell

Im Anschluss an das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück überträgt der Deutschlandfunk am 1. September eine Expertenrunde mit Analysen, Einschätzungen und Prognosen zur Bundestagswahl. Diskutieren werden Jasmin Siri, Mitglied im Forschungsschwerpunkt Forecasting Politics am Center for Advanced Studies der LMU, Lutz Hachmeister, Nikolaus BrendnerStephan Detjen und Giovanni di Lorenzo.

Ergebnisse der zweiten Runde der Expertenbefragung

Polly hat die zweite Runde der Expertenbefragung abgeschlossen. Die Befragung richtet sich an Politikjournalisten und Wissenschaftler, welche sich in ihrer Forschung mit deutschen Wahlen beschäftigen.

Die Experten liefern in regelmäßigen Abständen Einschätzungen darüber, wer Bundeskanzler wird, welche der „kleinen Parteien“ in den Bundestag einziehen werden und welche Koalition nach der Bundestagswahl regieren wird. Darüber hinaus geben die Experten eine Prognose der Stimmenanteile der jeweiligen Parteien ab. Der Mittelwert der erwarteten Stimmenanteile, dargestellt in Tabelle 1, geht als eine von vier Komponenten in die PollyVote-Prognose ein.

FDP bleibt im Bundestag

Abbildung 1: Einzugswahrscheinlichkeiten der kleinen Parteien
Abbildung 1: Einzugswahrscheinlichkeiten der kleinen Parteien

Vertraut man den Einschätzungen der Experten gibt es keine Änderung bei den im Bundestag vertretenen Fraktionen. Der Einzug der Grünen und Linken wird als praktisch sicher angesehen, 84% der Experten sind sich darüber hinaus “ziemlich sicher” oder “ganz sicher”, dass auch die FDP wieder in den Bundestag einziehen wird. Kaum Chancen sehen die Experten dagegen für die Piraten und die AfD (siehe Abbildung 1).

Angela Merkel bleibt Kanzlerin, aber in welcher Koalition?

Tabelle 1 zeigt den Mittelwert der erwarteten Stimmenanteile für die jeweiligen Parteien. Nach Ansicht der Experten kommt die Schwarz-Gelbe Koalition demnach auf 45.4% der Stimmen, Rot-Grün auf 39.4%. Die Abweichungen zwischen den mittleren Einschätzungen der Journalisten und Wissenschafter sind gering.

Tabelle 1: Experteneinschätzungen der Stimmenanteile der Parteien 
Partei Mittelwert
(PollyVote-
Experteneinschätzungen)
Wissenschaftler Journalisten
CDU/CSU 39.3 39.2 39.5
SPD 26.2 26.2 26.1
Grüne 13.3 13.0 13.5
Linke 7.0 7.0 6.9
FDP 6.1 6.3 5.8
Piraten 2.6 2.5 2.6
AfD 2.4 2.4 2.3
Sonstige 3.3 3.2 3.3
Abbildung 2: Koalitionswahrscheinlichkeiten
Abbildung 2: Koalitionswahrscheinlichkeiten

Eine mögliche Koalition zwischen SPD, Grüne und Linke würde nach den Einschätzungen der Experten zwar 46.4% der Stimmen auf sich vereinen, wird aber als unwahrscheinlich angesehen: Lediglich 5% der Befragten bewerten das Zustandekommen von Rot-Rot-Grün als „ziemlich sicher“, keiner der Befragten als „ganz sicher“ (vgl. Abbildung 2).

So haben die Experten kaum Zweifel, dass Angela Merkel weiter regieren wird: 95% der Befragten sind sich „ziemlich sicher“ oder „ganz sicher“, dass Frau Merkel Bundeskanzlerin bleibt. Unsicherheit besteht jedoch in der Frage, wie die künftige Regierungskoalition aussehen wird. So werden die Weiterführung von Schwarz-Gelb als auch eine große Koalition zwischen CDU/CSU und SPD als etwa gleich wahrscheinlich angesehen. Andere Koalitionsmöglichkeiten werden dagegen als höchst unwahrscheinlich eingeschätzt.

Experten und Wahlumfragen im Vergleich

Abbildung 3: Stimmenanteile der Parteien: Experteneinschätzungen und Wahlumfragen im Vergleich
Abbildung 3: Stimmenanteile der Parteien: Experteneinschätzungen und Wahlumfragen im Vergleich

Wie verhalten sich die Ergebnisse der Experteneinschätzungen zu den Ergebnissen von klassischen Wahlumfragen (Wahlabsichtsbefragungen), welche in etwa zur gleichen Zeit durchgeführt wurden? Abbildung 3 vergleicht die Experteneinschätzungen mit den Werten der kombinierten PollyVote-Wahlabsichten vom 20. August, dem letzten Tag der Expertenbefragung. Demnach schätzen die Experten die CDU/CSU um 1.4 Prozentpunkte schwächer ein als in den Umfragen, während die Stimmenanteile der SPD um den gleichen Wert höher eingestuft werden. Höhere Stimmenanteile werden auch für die FDP (+0.9 Prozentpunkte) erwartet, die Linken werden dagegen leicht schwächer als in den Umfragen eingeschätzt (-0.5 Prozentpunkte).

Anmerkung: An der Befragung, welche vom 13. bis zum 20. August durchgeführt wurde, beteiligten sich insgesamt 115 Experten, davon 68 Wissenschaftler und 47 Journalisten. Die Werte in den Abbildungen 1 bis 3 repräsentieren den Mittelwert über Wissenschaftler und Journalisten. Die nächste Befragungsrunde startet Anfang September. Polly interessiert sich auch für Ihre Wahlerwartungen. Eine etwas längere Version des Fragebogens dieser Expertenbefragung finden Sie hier. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme.

Neue Prognosen in PollyVote mit aufgenommen

Auf der Suche nach neuen Prognosen ist Polly wieder fündig geworden. So wurden gleich drei neue Prognosemärkte hinzugefügt.

  • Bei Politikprognosen.de handelt es sich um einen sogenannten Realgeld-Markt, d.h. die Marktteilnehmer handeln mit echtem Geld. Der Einsatz eines jeden Teilnehmers ist allerdings auf 20 Euro beschränkt.
  • Zudem wurden weitere Märkte der Plattform Wahlfieber.de aufgenommen. Bislang aggregierte PollyVote lediglich die Prognosen des geschlossenen Markts, auf welchem die Teilnahme nur vom Marktbetreiber ausgewählten Teilnehmern vorenthalten ist (Wahlfieber I). Der hier als Wahlfieber II bezeichnete Markt kombiniert Vorhersagen aus drei unterschiedlichen Märkten (jeweils einem Markt für die großen, kleinen, und bislang nicht im Bundestag vertretenen Parteien) und ist der breiten Öffentlichkeit zugänglich.
  • Des Weiteren wurde die Wahlwette von Spiegel Online in die Komponente der Prognosemärkte aufgenommen. Zwar handelt es sich hier um keinen klassischen Markt, da die Teilnehmer keine Aktien der Parteien handeln können. Die Idee, dass selbst selektierte Teilnehmer eine möglichst genaue Prognose des tatsächlichen Wahlausgangs abgeben, ist jedoch mit der Informationsaggregation in Prognosemärkten vergleichbar. Forschungsergebnisse für U.S.-Präsidentschaftswahlen zeigen darüber hinaus, dass derartige Wahlerwartungsbefragungen sehr genaue Prognosen des Wahlausgangs liefern.

Der Komponente der quantitative Modelle wurde schließlich noch das Benchmark-Modell von Professor Mark Kayser und Arndt Leininger von der Hertie School of Governance hinzugefügt. Dieses Regressionsmodell prognostiziert den Wahlausgang auf Basis von vier Variablen: (1) dem Stimmenanteil der Regierungskoalition bei der letzten Wahl, (2) dem Anteil der Wähler, die sich mit den Parteien in der Regierungskoalition identifizieren, (3) die Anzahl der Jahre, die sich die Regierungskoalition bereits an der Macht befindet, und (4) dem relativen Wirtschaftswachstum in Deutschland im Vergleich zu Frankreich, Großbritannien und Italien. Für 2013 prognostiziert das Modell einen Stimmenanteil von 47.1% für die Schwarz-Gelbe Koalition. Das Modell kalkuliert darüber hinaus eine Wahrscheinlichkeit von 83%, dass es für eine Schwarz-Gelbe Mehrheit reichen wird.

Umfrageergebnisse und Koalitionswahrscheinlichkeiten

Professor Helmut Küchenhoff und Andreas Bender vom vom Statistischen Beratungslabor (StaBLab) am Institut für Statistik der LMU München haben in Zusammenarbeit mit der ZEIT eine Methode entwickelt mit deren Hilfe sich, auf Basis aktueller Umfrageergebnisse, die Wahrscheinlichkeit berechnen lässt, dass eine bestimmte Koalition eine Sitze-Mehrheit im Parlament erlangen würde.

Aktuelle Koalitionswahrscheinlichkeiten auf Basis dieses Verfahrens finden Sie hier und auch auf ZEIT ONLINE.

Ergebnisse der PollyVote-Expertenbefragung:Merkel wird weiter regieren, aber mit wem?

Polly hat die erste Runde der Expertenbefragung abgeschlossen. Die Befragung richtet sich an Politikjournalisten und Wissenschaftler, welche sich in ihrer Forschung mit deutschen Wahlen beschäftigen.

Die Experten liefern in regelmäßigen Abständen Einschätzungen darüber, wer Bundeskanzler wird, welche der „kleinen Parteien“ in den Bundestag einziehen werden und welche Koalition nach der Bundestagswahl regieren wird. Darüber hinaus geben die Experten eine Prognose der Stimmenanteile der jeweiligen Parteien ab. Der Mittelwert der erwarteten Stimmenanteile, dargestellt in Tabelle 1, geht als eine von vier Komponenten in die PollyVote-Prognose ein.

FDP bleibt im Bundestag

Abbildung 1: Einzugswahrscheinlichkeiten der kleinen Parteien
Abbildung 1: Einzugswahrscheinlichkeiten der kleinen Parteien

Vertraut man den Einschätzungen der Experten gibt es keine Änderung bei den im Bundestag vertretenen Fraktionen. Der Einzug der Grünen und Linken wird als praktisch sicher angesehen, 83% der Experten sind sich darüber hinaus „ziemlich sicher“ oder „ganz sicher“, dass auch die FDP wieder in den Bundestag einziehen wird. Kaum Chancen sehen die Experten dagegen für die Piraten und die AfD (siehe Abbildung 1).

Angela Merkel bleibt Kanzlerin, aber in welcher Koalition?

Tabelle 1 zeigt den Mittelwert der erwarteten Stimmenanteile für die jeweiligen Parteien. Nach Ansicht der Experten kommt die Schwarz-Gelbe Koalition demnach auf 44.7% der Stimmen, Rot-Grün auf 39.6%. Die Abweichungen zwischen den mittleren Einschätzungen der Journalisten und Wissenschafter sind gering.

Tabelle 1: Experteneinschätzungen der Stimmenanteile der Parteien 
Partei Mittelwert
(PollyVote-
Experteneinschätzungen)
Wissenschaftler Journalisten
CDU/CSU  38.6 38.6  38.6
SPD  26.4  26.5 26.3
Grüne  13.2 13.0  13.5
Linke 6.8 6.9 6.7
FDP  6.1 6.3 5.8
Piraten  2.6  2.6 2.6
AfD 2.5 2.5 2.4
Sonstige  3.9  3.6  4.3
Abbildung 2: Koalitionswahrscheinlichkeiten
Abbildung 2: Koalitionswahrscheinlichkeiten

Eine mögliche Koalition zwischen SPD, Grüne und Linke würde zwar 46.4% der Stimmen auf sich vereinen, wird aber als unwahrscheinlich angesehen: Lediglich 6% der Befragten bewerten das Zustandekommen von Rot-Rot-Grün als „ziemlich sicher“, keiner der Befragten als „ganz sicher“ (vgl. Abbildung 2).

So haben die Experten kaum Zweifel, dass Angela Merkel weiter regieren wird: 93% der Befragten sind sich „ziemlich sicher“ oder „ganz sicher“, dass Frau Merkel Bundeskanzlerin bleibt. Unsicherheit besteht jedoch in der Frage, wie die künftige Regierungskoalition aussehen wird. Sowohl die Weiterführung von Schwarz-Gelb als auch eine große Koalition zwischen CDU/CSU und SPD erscheinen im Bereich des Möglichen. Andere Koalitionsmöglichkeiten werden dagegen als höchst unwahrscheinlich angesehen.

Experten und Wahlumfragen im Vergleich

Stimmenanteile der Parteien: Experteneinschätzungen und Wahlumfragen im Vergleich
Abbildung 3: Stimmenanteile der Parteien: Experteneinschätzungen und Wahlumfragen im Vergleich

Wie verhalten sich die Ergebnisse der Experteneinschätzungen zu den Ergebnissen von klassischen Wahlumfragen (Wahlabsichtsbefragungen), welche in etwa zur gleichen Zeit durchgeführt wurden? Abbildung 3 vergleicht die Experteneinschätzungen mit den Werten der kombinierten PollyVote-Wahlabsichten vom 24. Juli 2013, dem letzten Tag der Expertenbefragung. Demnach schätzen die Experten die CDU/CSU um 1.8 Prozentpunkte schwächer ein als in den Umfragen. Höhere Stimmenanteile erwarten die Experten dagegen insbesondere für die SPD (+1.4 Prozentpunkte) und die FDP (+0.9 Prozentpunkte).

Anmerkung: An der Befragung, welche vom 17. bis zum 24. Juli durchgeführt wurde, beteiligten sich insgesamt 154 Experten, davon 84 Wissenschaftler und 70 Journalisten. Die Werte in den Abbildungen 1 bis 3 repräsentieren den Mittelwert über Wissenschaftler und Journalisten. Die nächste Befragungsrunde startet Mitte August. Polly interessiert sich auch für Ihre Wahlerwartungen. Eine etwas längere Version des Fragebogens dieser Expertenbefragung finden Sie hier. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme.