Ergebnisse der dritten Runde der Expertenbefragung

Polly hat die dritte Runde der Expertenbefragung abgeschlossen. Die Befragung richtet sich an Politikjournalisten und Wissenschaftler, welche sich in ihrer Forschung mit deutschen Wahlen beschäftigen.

Die Experten liefern in regelmäßigen Abständen Einschätzungen darüber, wer Bundeskanzler wird, welche der „kleinen Parteien“ in den Bundestag einziehen werden und welche Koalition nach der Bundestagswahl regieren wird. Darüber hinaus geben die Experten eine Prognose der Stimmenanteile der jeweiligen Parteien ab. Der Mittelwert der erwarteten Stimmenanteile, dargestellt in Tabelle 1, geht als eine von vier Komponenten in die PollyVote-Prognose ein.

FDP bleibt im Bundestag

Abbildung 1: Einzugswahrscheinlichkeiten der kleinen Parteien
Abbildung 1: Einzugswahrscheinlichkeiten der kleinen Parteien

Vertraut man den Einschätzungen der Experten gibt es keine Änderung bei den im Bundestag vertretenen Fraktionen. Der Einzug der Grünen und Linken wird als praktisch sicher angesehen, 89% der Experten sind sich darüber hinaus “ziemlich sicher” oder “ganz sicher”, dass auch die FDP wieder in den Bundestag einziehen wird. Kaum Chancen sehen die Experten dagegen für die Piraten und die AfD (siehe Abbildung 1).

Angela Merkel bleibt Kanzlerin, aber in welcher Koalition?

Tabelle 1 zeigt den Mittelwert der erwarteten Stimmenanteile für die jeweiligen Parteien. Nach Ansicht der Experten kommt die Schwarz-Gelbe Koalition demnach auf 45.0% der Stimmen, Rot-Grün auf 38.6%. Die Abweichungen zwischen den mittleren Einschätzungen der Journalisten und Wissenschafter sind gering.

Tabelle 1: Experteneinschätzungen der Stimmenanteile der Parteien 
Partei Mittelwert
(PollyVote-
Experteneinschätzungen)
Wissenschaftler Journalisten
CDU/CSU 38.8 38.8 38.7
SPD 26.5 26.7 26.3
Grüne 12.1 12.1 12.2
Linke 7.5 7.4 7.6
FDP 6.3 6.5 6.0
Piraten 2.6 2.5 2.7
AfD 2.9 2.9 2.9
Sonstige 3.4 3.1 3.6
Abbildung 2: Koalitionswahrscheinlichkeiten
Abbildung 2: Koalitionswahrscheinlichkeiten

Eine mögliche Koalition zwischen SPD, Grüne und Linke würde nach den Einschätzungen der Experten zwar 46.1% der Stimmen auf sich vereinen, wird aber als unwahrscheinlich angesehen: Lediglich 4% der Befragten bewerten das Zustandekommen von Rot-Rot-Grün als „ziemlich sicher“, keiner der Befragten als „ganz sicher“ (vgl. Abbildung 2).

So haben die Experten kaum Zweifel, dass Angela Merkel weiter regieren wird: 92% der Befragten sind sich „ziemlich sicher“ oder „ganz sicher“, dass Frau Merkel Bundeskanzlerin bleibt. Unsicherheit besteht jedoch in der Frage, wie die künftige Regierungskoalition aussehen wird. So werden die Weiterführung von Schwarz-Gelb als auch eine große Koalition zwischen CDU/CSU und SPD als etwa gleich wahrscheinlich angesehen. Andere Koalitionsmöglichkeiten werden dagegen als höchst unwahrscheinlich eingeschätzt.

Experten und Wahlumfragen im Vergleich

Abbildung 3: Stimmenanteile der Parteien: Experteneinschätzungen und Wahlumfragen im Vergleich
Abbildung 3: Stimmenanteile der Parteien: Experteneinschätzungen und Wahlumfragen im Vergleich

Wie verhalten sich die Ergebnisse der Experteneinschätzungen zu den Ergebnissen von klassischen Wahlumfragen (Wahlabsichtsbefragungen), welche in etwa zur gleichen Zeit durchgeführt wurden? Abbildung 3 vergleicht die Experteneinschätzungen mit den Werten der kombinierten PollyVote-Wahlabsichten vom 7. September, dem letzten Tag der Expertenbefragung. Demnach schätzen die Experten die CDU/CSU um 1.7 Prozentpunkte schwächer ein als in den Umfragen, während die Stimmenanteile der SPD um 1.8 Prozentpunkte höher eingestuft werden. Höhere Stimmenanteile werden auch für die FDP (+0.6 Prozentpunkte) und die Grünen (+0.4 Prozentpunkte) erwartet, die Linken werden dagegen schwächer als in den Umfragen eingeschätzt (-0.8 Prozentpunkte).

Anmerkung: An der Befragung, welche vom 3. bis zum 7. September durchgeführt wurde, beteiligten sich insgesamt 112 Experten, davon 52 Wissenschaftler und 60 Journalisten. Die Werte in den Abbildungen 1 bis 3 repräsentieren den Mittelwert über Wissenschaftler und Journalisten. Die nächste Befragungsrunde startet am 10. September. Polly interessiert sich auch für Ihre Wahlerwartungen. Eine etwas längere Version des Fragebogens dieser Expertenbefragung finden Sie hier. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme.

PollyVote auf der jährlichen Konferenz der American Political Science Association

Das Team von PollyVote USA, bestehend aus Scott Armstrong, Alfred Cuzán, Randall Jones und Andreas Graefe, referiert heute auf dem 2013 APSA Annual Meeting in Chicago über die Fortschritte und die künftigen Pläne im Rahmen des PollyVote-Projekts. Nachfolgend finden Sie Links zu den Vortragsfolien und Forschungspapieren.

Innovations in Presidential Elections Forecasting: The Pollyvote

Armstrong, J. S.; Graefe, A.; Jones, R. & Cuzán, A.: The PollyVote: Progress and Plans.

Armstrong, J. S. & Graefe, A.: Index Models for Advising Candidates.

Graefe, A.: Accuracy of vote expectation surveys in forecasting elections. (Full paper available here)

Jones, R. & Cuzán, A.: Expert Judgment in Forecasting American Presidential Elections: 2004-2012.

Expertenrunde zum Kanzlerduell

Im Anschluss an das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück überträgt der Deutschlandfunk am 1. September eine Expertenrunde mit Analysen, Einschätzungen und Prognosen zur Bundestagswahl. Diskutieren werden Jasmin Siri, Mitglied im Forschungsschwerpunkt Forecasting Politics am Center for Advanced Studies der LMU, Lutz Hachmeister, Nikolaus BrendnerStephan Detjen und Giovanni di Lorenzo.

Ergebnisse der zweiten Runde der Expertenbefragung

Polly hat die zweite Runde der Expertenbefragung abgeschlossen. Die Befragung richtet sich an Politikjournalisten und Wissenschaftler, welche sich in ihrer Forschung mit deutschen Wahlen beschäftigen.

Die Experten liefern in regelmäßigen Abständen Einschätzungen darüber, wer Bundeskanzler wird, welche der „kleinen Parteien“ in den Bundestag einziehen werden und welche Koalition nach der Bundestagswahl regieren wird. Darüber hinaus geben die Experten eine Prognose der Stimmenanteile der jeweiligen Parteien ab. Der Mittelwert der erwarteten Stimmenanteile, dargestellt in Tabelle 1, geht als eine von vier Komponenten in die PollyVote-Prognose ein.

FDP bleibt im Bundestag

Abbildung 1: Einzugswahrscheinlichkeiten der kleinen Parteien
Abbildung 1: Einzugswahrscheinlichkeiten der kleinen Parteien

Vertraut man den Einschätzungen der Experten gibt es keine Änderung bei den im Bundestag vertretenen Fraktionen. Der Einzug der Grünen und Linken wird als praktisch sicher angesehen, 84% der Experten sind sich darüber hinaus “ziemlich sicher” oder “ganz sicher”, dass auch die FDP wieder in den Bundestag einziehen wird. Kaum Chancen sehen die Experten dagegen für die Piraten und die AfD (siehe Abbildung 1).

Angela Merkel bleibt Kanzlerin, aber in welcher Koalition?

Tabelle 1 zeigt den Mittelwert der erwarteten Stimmenanteile für die jeweiligen Parteien. Nach Ansicht der Experten kommt die Schwarz-Gelbe Koalition demnach auf 45.4% der Stimmen, Rot-Grün auf 39.4%. Die Abweichungen zwischen den mittleren Einschätzungen der Journalisten und Wissenschafter sind gering.

Tabelle 1: Experteneinschätzungen der Stimmenanteile der Parteien 
Partei Mittelwert
(PollyVote-
Experteneinschätzungen)
Wissenschaftler Journalisten
CDU/CSU 39.3 39.2 39.5
SPD 26.2 26.2 26.1
Grüne 13.3 13.0 13.5
Linke 7.0 7.0 6.9
FDP 6.1 6.3 5.8
Piraten 2.6 2.5 2.6
AfD 2.4 2.4 2.3
Sonstige 3.3 3.2 3.3
Abbildung 2: Koalitionswahrscheinlichkeiten
Abbildung 2: Koalitionswahrscheinlichkeiten

Eine mögliche Koalition zwischen SPD, Grüne und Linke würde nach den Einschätzungen der Experten zwar 46.4% der Stimmen auf sich vereinen, wird aber als unwahrscheinlich angesehen: Lediglich 5% der Befragten bewerten das Zustandekommen von Rot-Rot-Grün als „ziemlich sicher“, keiner der Befragten als „ganz sicher“ (vgl. Abbildung 2).

So haben die Experten kaum Zweifel, dass Angela Merkel weiter regieren wird: 95% der Befragten sind sich „ziemlich sicher“ oder „ganz sicher“, dass Frau Merkel Bundeskanzlerin bleibt. Unsicherheit besteht jedoch in der Frage, wie die künftige Regierungskoalition aussehen wird. So werden die Weiterführung von Schwarz-Gelb als auch eine große Koalition zwischen CDU/CSU und SPD als etwa gleich wahrscheinlich angesehen. Andere Koalitionsmöglichkeiten werden dagegen als höchst unwahrscheinlich eingeschätzt.

Experten und Wahlumfragen im Vergleich

Abbildung 3: Stimmenanteile der Parteien: Experteneinschätzungen und Wahlumfragen im Vergleich
Abbildung 3: Stimmenanteile der Parteien: Experteneinschätzungen und Wahlumfragen im Vergleich

Wie verhalten sich die Ergebnisse der Experteneinschätzungen zu den Ergebnissen von klassischen Wahlumfragen (Wahlabsichtsbefragungen), welche in etwa zur gleichen Zeit durchgeführt wurden? Abbildung 3 vergleicht die Experteneinschätzungen mit den Werten der kombinierten PollyVote-Wahlabsichten vom 20. August, dem letzten Tag der Expertenbefragung. Demnach schätzen die Experten die CDU/CSU um 1.4 Prozentpunkte schwächer ein als in den Umfragen, während die Stimmenanteile der SPD um den gleichen Wert höher eingestuft werden. Höhere Stimmenanteile werden auch für die FDP (+0.9 Prozentpunkte) erwartet, die Linken werden dagegen leicht schwächer als in den Umfragen eingeschätzt (-0.5 Prozentpunkte).

Anmerkung: An der Befragung, welche vom 13. bis zum 20. August durchgeführt wurde, beteiligten sich insgesamt 115 Experten, davon 68 Wissenschaftler und 47 Journalisten. Die Werte in den Abbildungen 1 bis 3 repräsentieren den Mittelwert über Wissenschaftler und Journalisten. Die nächste Befragungsrunde startet Anfang September. Polly interessiert sich auch für Ihre Wahlerwartungen. Eine etwas längere Version des Fragebogens dieser Expertenbefragung finden Sie hier. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme.

Neue Prognosen in PollyVote mit aufgenommen

Auf der Suche nach neuen Prognosen ist Polly wieder fündig geworden. So wurden gleich drei neue Prognosemärkte hinzugefügt.

  • Bei Politikprognosen.de handelt es sich um einen sogenannten Realgeld-Markt, d.h. die Marktteilnehmer handeln mit echtem Geld. Der Einsatz eines jeden Teilnehmers ist allerdings auf 20 Euro beschränkt.
  • Zudem wurden weitere Märkte der Plattform Wahlfieber.de aufgenommen. Bislang aggregierte PollyVote lediglich die Prognosen des geschlossenen Markts, auf welchem die Teilnahme nur vom Marktbetreiber ausgewählten Teilnehmern vorenthalten ist (Wahlfieber I). Der hier als Wahlfieber II bezeichnete Markt kombiniert Vorhersagen aus drei unterschiedlichen Märkten (jeweils einem Markt für die großen, kleinen, und bislang nicht im Bundestag vertretenen Parteien) und ist der breiten Öffentlichkeit zugänglich.
  • Des Weiteren wurde die Wahlwette von Spiegel Online in die Komponente der Prognosemärkte aufgenommen. Zwar handelt es sich hier um keinen klassischen Markt, da die Teilnehmer keine Aktien der Parteien handeln können. Die Idee, dass selbst selektierte Teilnehmer eine möglichst genaue Prognose des tatsächlichen Wahlausgangs abgeben, ist jedoch mit der Informationsaggregation in Prognosemärkten vergleichbar. Forschungsergebnisse für U.S.-Präsidentschaftswahlen zeigen darüber hinaus, dass derartige Wahlerwartungsbefragungen sehr genaue Prognosen des Wahlausgangs liefern.

Der Komponente der quantitative Modelle wurde schließlich noch das Benchmark-Modell von Professor Mark Kayser und Arndt Leininger von der Hertie School of Governance hinzugefügt. Dieses Regressionsmodell prognostiziert den Wahlausgang auf Basis von vier Variablen: (1) dem Stimmenanteil der Regierungskoalition bei der letzten Wahl, (2) dem Anteil der Wähler, die sich mit den Parteien in der Regierungskoalition identifizieren, (3) die Anzahl der Jahre, die sich die Regierungskoalition bereits an der Macht befindet, und (4) dem relativen Wirtschaftswachstum in Deutschland im Vergleich zu Frankreich, Großbritannien und Italien. Für 2013 prognostiziert das Modell einen Stimmenanteil von 47.1% für die Schwarz-Gelbe Koalition. Das Modell kalkuliert darüber hinaus eine Wahrscheinlichkeit von 83%, dass es für eine Schwarz-Gelbe Mehrheit reichen wird.

Umfrageergebnisse und Koalitionswahrscheinlichkeiten

Professor Helmut Küchenhoff und Andreas Bender vom vom Statistischen Beratungslabor (StaBLab) am Institut für Statistik der LMU München haben in Zusammenarbeit mit der ZEIT eine Methode entwickelt mit deren Hilfe sich, auf Basis aktueller Umfrageergebnisse, die Wahrscheinlichkeit berechnen lässt, dass eine bestimmte Koalition eine Sitze-Mehrheit im Parlament erlangen würde.

Aktuelle Koalitionswahrscheinlichkeiten auf Basis dieses Verfahrens finden Sie hier und auch auf ZEIT ONLINE.

Ergebnisse der PollyVote-Expertenbefragung:Merkel wird weiter regieren, aber mit wem?

Polly hat die erste Runde der Expertenbefragung abgeschlossen. Die Befragung richtet sich an Politikjournalisten und Wissenschaftler, welche sich in ihrer Forschung mit deutschen Wahlen beschäftigen.

Die Experten liefern in regelmäßigen Abständen Einschätzungen darüber, wer Bundeskanzler wird, welche der „kleinen Parteien“ in den Bundestag einziehen werden und welche Koalition nach der Bundestagswahl regieren wird. Darüber hinaus geben die Experten eine Prognose der Stimmenanteile der jeweiligen Parteien ab. Der Mittelwert der erwarteten Stimmenanteile, dargestellt in Tabelle 1, geht als eine von vier Komponenten in die PollyVote-Prognose ein.

FDP bleibt im Bundestag

Abbildung 1: Einzugswahrscheinlichkeiten der kleinen Parteien
Abbildung 1: Einzugswahrscheinlichkeiten der kleinen Parteien

Vertraut man den Einschätzungen der Experten gibt es keine Änderung bei den im Bundestag vertretenen Fraktionen. Der Einzug der Grünen und Linken wird als praktisch sicher angesehen, 83% der Experten sind sich darüber hinaus „ziemlich sicher“ oder „ganz sicher“, dass auch die FDP wieder in den Bundestag einziehen wird. Kaum Chancen sehen die Experten dagegen für die Piraten und die AfD (siehe Abbildung 1).

Angela Merkel bleibt Kanzlerin, aber in welcher Koalition?

Tabelle 1 zeigt den Mittelwert der erwarteten Stimmenanteile für die jeweiligen Parteien. Nach Ansicht der Experten kommt die Schwarz-Gelbe Koalition demnach auf 44.7% der Stimmen, Rot-Grün auf 39.6%. Die Abweichungen zwischen den mittleren Einschätzungen der Journalisten und Wissenschafter sind gering.

Tabelle 1: Experteneinschätzungen der Stimmenanteile der Parteien 
Partei Mittelwert
(PollyVote-
Experteneinschätzungen)
Wissenschaftler Journalisten
CDU/CSU  38.6 38.6  38.6
SPD  26.4  26.5 26.3
Grüne  13.2 13.0  13.5
Linke 6.8 6.9 6.7
FDP  6.1 6.3 5.8
Piraten  2.6  2.6 2.6
AfD 2.5 2.5 2.4
Sonstige  3.9  3.6  4.3
Abbildung 2: Koalitionswahrscheinlichkeiten
Abbildung 2: Koalitionswahrscheinlichkeiten

Eine mögliche Koalition zwischen SPD, Grüne und Linke würde zwar 46.4% der Stimmen auf sich vereinen, wird aber als unwahrscheinlich angesehen: Lediglich 6% der Befragten bewerten das Zustandekommen von Rot-Rot-Grün als „ziemlich sicher“, keiner der Befragten als „ganz sicher“ (vgl. Abbildung 2).

So haben die Experten kaum Zweifel, dass Angela Merkel weiter regieren wird: 93% der Befragten sind sich „ziemlich sicher“ oder „ganz sicher“, dass Frau Merkel Bundeskanzlerin bleibt. Unsicherheit besteht jedoch in der Frage, wie die künftige Regierungskoalition aussehen wird. Sowohl die Weiterführung von Schwarz-Gelb als auch eine große Koalition zwischen CDU/CSU und SPD erscheinen im Bereich des Möglichen. Andere Koalitionsmöglichkeiten werden dagegen als höchst unwahrscheinlich angesehen.

Experten und Wahlumfragen im Vergleich

Stimmenanteile der Parteien: Experteneinschätzungen und Wahlumfragen im Vergleich
Abbildung 3: Stimmenanteile der Parteien: Experteneinschätzungen und Wahlumfragen im Vergleich

Wie verhalten sich die Ergebnisse der Experteneinschätzungen zu den Ergebnissen von klassischen Wahlumfragen (Wahlabsichtsbefragungen), welche in etwa zur gleichen Zeit durchgeführt wurden? Abbildung 3 vergleicht die Experteneinschätzungen mit den Werten der kombinierten PollyVote-Wahlabsichten vom 24. Juli 2013, dem letzten Tag der Expertenbefragung. Demnach schätzen die Experten die CDU/CSU um 1.8 Prozentpunkte schwächer ein als in den Umfragen. Höhere Stimmenanteile erwarten die Experten dagegen insbesondere für die SPD (+1.4 Prozentpunkte) und die FDP (+0.9 Prozentpunkte).

Anmerkung: An der Befragung, welche vom 17. bis zum 24. Juli durchgeführt wurde, beteiligten sich insgesamt 154 Experten, davon 84 Wissenschaftler und 70 Journalisten. Die Werte in den Abbildungen 1 bis 3 repräsentieren den Mittelwert über Wissenschaftler und Journalisten. Die nächste Befragungsrunde startet Mitte August. Polly interessiert sich auch für Ihre Wahlerwartungen. Eine etwas längere Version des Fragebogens dieser Expertenbefragung finden Sie hier. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme.

Workshop „Election Forecasting“

Im Rahmen des Forschungsschwerpunkts Forecasting Politics am Center for Advanced Studies der LMU München fand am 15. Juli 2013 ein Workshop zum Thema „Election Forecasting“ statt. Auf Basis von Vorträgen eingeladener Experten diskutierten die Teilnehmer die Leistungsfähigkeit von drei Prognosemethoden: Prognosemärkte, quantitative Modelle, und Vorhersagen auf Basis von Twitter-Nachrichten. Die Vortragsfolien sind hier verfügbar.

Eingeladene Vorträge im Rahmen des Workshops:

Von Konjunktur bis Politik – Prognosebörsen als Experimentallabor
Tobias Kranz, Karlsruhe Institute of Technology

How the Chancellor Model Picks Merkel in 2013
Thomas Gschwend, Universität Mannheim

Predicting Elections with Twitter. What 140 Characters Reveal about Political Sentiment
Andranik Tumasjan, TUM München

Abendvortrag

The Right Look. Conservative Politicians Look Better and Voters Reward It
Panu Poutvaara, ifo Institut

Sind konservative Politiker attraktiver?

Zu diesem Ergebnis gelangen jedenfalls Niclas Berggren, Henrik Jordahl und Panu Poutvaara in einer Studie zur Attraktivität  finnischer Politiker. Doch hilft dieser Attraktivitätsbonus auch dabei, Wahlen zu gewinnen?

Panu Poutvaara wird diese und andere Fragen nächsten Montag im Rahmen eines Vortrags am Center for Advanced Studies der LMU München diskutieren.

The Right Look: Conservative Politicians Look Better and Voters Reward It
Prof. Dr. Panu Poutvaara (ifo Institut)
Center for Advanced Studies (CAS), Seestraße 13, 80802 München
Montag, 15. Juli 2013 um 18:15 Uhr

Die Teilnahme ist offen. Interessierte mögen sich bitte unter info@cas.lmu.de anmelden.

Falls Sie es nicht zum Vortrag schaffen sollten, das dem Vortrag zugrunde liegende Working Paper ist hier im Volltext verfügbar.

Poutvaara

Polly im Anflug nach Deutschland

Seit 2004 prognostiziert PollyVote den Ausgang der U.S. Präsidentschaftswahlen mit großem Erfolg. Über die letzten drei Wahlen verfehlte die finale PollyVote-Prognose das tatsächliche Wahlergebnis im Mittel nur um etwas mehr als einen halben Prozentpunkt. Zum Vergleich: der mittlere Fehler der finalen Umfrage des Gallup-Instituts war mit 1,9 Prozentpunkten drei Mal so hoch. Polly’s Erfolgsgeheimnis liegt in der strikten Anwendung einer der effektivsten Regeln zur Erstellung genauer Prognosen: der mechanischen Kombination von Vorhersagen.

Dieses Jahr wagt sich PollyVote zum ersten Mal an eine Wahl außerhalb der USA und erstellt Prognosen für die diesjährige Bundestagswahl. Das Vorgehen ist identisch zum amerikanischen Vorbild: PollyVote kombiniert Prognosen innerhalb und über vier Komponenten von Vorhersagemethoden: Wahlabsichtsbefragungen (in Deutschland auch als Sonntagsfrage bekannt), Prognosemärkte, Experteneinschätzungen und quantitative Modelle.

Die aktuelle Version von PollyVote könnte auch als „Polly light“ bezeichnet werden, stehen derzeit doch lediglich Daten von Wahlumfragen und Prognosemärkten zur Verfügung. Polly rechnet mit ersten Einschätzungen des Expertenpanels und Prognosen quantitativer Modelle ab Mitte Juli.

Das Kuchendiagramm in der Rechten Spalte zeigt jeweils Polly’s aktuellste Prognose. Diese wird täglich aktualisiert, oder wann immer neue Informationen zur Verfügung stehen.