Kanzlermodell

Das Kanzlermodell von Helmut Norpoth und Thomas Gschwend wurde zum ersten Mal für die Vorhersage der Bundestagswahl 2002 eingesetzt. Für die Bundestagswahl 2017 prognostiziert das Regressionsmodell den Stimmenanteil für unterschiedliche Koalitionen auf Basis von drei Variablen:

  1. dem langfristigen Wählerrückhalt der jeweiligen Koalition, gemessen als das Mittel der Stimmenanteile in den letzten drei Bundestagswahlen,
  2. der Unterstützung für die Kanzlerkandidaten von CDU/CSU (Merkel) und SPD (Schulz) in Umfragen
  3. dem Abnützungseffekt gemessen in Anzahl der Amtsperioden (=3 für Koalitionen unter Führung von Angela Merkel bzw. für Koalitionen unter Führung von Martin Schulz). 

Die Tabelle am rechten Bildschirmrand zeigt die Modellprognosen für unterschiedliche Koalitionsmöglichkeiten, sowie für die CDU/CSU und die SPD, auf Basis von Umfragedaten aus dem März 2017. Demnach sieht das Kanzlermodell die SPD knapp vor der Union, mit einem Vorsprung von 0.9 Prozentpunkten.

Stimmenanteile für kleine Parteien

Das Kanzlermodell liefert selbst keine Prognosen für die Stimmenanteile der kleinen Parteien. PollyVote nutzt daher die Prognosen für die CSU/CSU, SPD und die unterschiedlichen Koalitionen und berechnet auf deren Basis Stimmenanteile für die Grünen, die Linke und die FDP. Die Aufteilung der übrigen Stimmenanteile auf die AfD und sonstige Parteien erfolgt auf Basis der Verhältnisse der Stimmenanteile in der kombinierten PollyVote-Prognose.